Liebe Interessentin,
in dieser Studie untersuchen wir den Zusammenhang zwischen frühkindlichen Erfahrungen, Stressbewältigung und Emotionsregulation einerseits sowie prämenstruellen und zyklusassoziierten Beschwerden andererseits. Unser Ziel ist es, Frauen mit und ohne Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sowie Frauen mit und ohne Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) zu vergleichen, um mögliche Unterschiede in der Stressverarbeitung und im Umgang mit belastenden Erfahrungen zu identifizieren.
Bei der PMDS, einer schwerwiegenden Form des prämenstruellen Syndroms, treten in der Woche vor der Menstruation belastende psychische und körperliche Symptome auf, die mit Beginn der Menstruation abklingen. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass PMDS häufig komorbid mit anderen Erkrankungen auftreten können, z. B. mit Depressionen, Angststörungen oder ADHS.
Ablauf der Studie
Die Studie besteht aus einer einmaligen Online-Umfrage mit verschiedenen standardisierten Fragebögen, zum Beispiel zu Stresswahrnehmung, Emotionsregulation, frühkindlichen Erfahrungen sowie ADHS- und PMDS-Symptomen. Die Bearbeitungszeit beträgt voraussichtlich ca. 60 Minuten.
Im Anschluss an die Umfrage haben Sie die Möglichkeit, auch Ihre Mutter oder Tochter für eine Studienteilnahme einzuladen. Falls Sie angeben, Ihre Mutter oder Tochter einladen zu wollen, erhalten Sie einen persönlichen Zuordnungscode, den Sie an sie weitergeben können. Die eingeladene Person gibt diesen Code zu Beginn ihrer Umfrage ein, sodass die Angaben beider Personen einander zugeordnet werden können. Auf diese Weise können wir Informationen zu unter anderem prämenstruellen Beschwerden und Schwangerschaftserfahrungen über Generationen hinweg vergleichen. Die Teilnahme der jeweils anderen Person ist freiwillig und hat keinen Einfluss auf Ihre eigene Teilnahme.
Mögliche Belastungen
Ein Teil der Umfrage umfasst Fragen zu belastenden Kindheitserfahrungen sowie zu potenziell traumatischen Erlebnissen und möglichen Folgen solcher Erfahrungen. Es ist möglich, dass diese Fragen emotionale Reaktionen auslösen. Bitte entscheiden Sie vor der Teilnahme, ob Sie sich in der Lage fühlen, solche Fragen zu beantworten. Die Teilnahme ist freiwillig und kann jederzeit ohne Angabe von Gründen abgebrochen werden. Falls Sie während oder nach der Teilnahme Unterstützung benötigen, stehen Ihnen folgende Hilfsangebote zur Verfügung: Bundesweit erreichen Sie die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123), das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen” (116 016) oder, falls weitere Unterstützung nötig ist, den Ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117).
Falls Sie als Mutter an der Studie teilnehmen, möchten wir Sie darauf aufmerksam machen, dass einige Fragen persönliche Erfahrungen berühren können, die belastend sein oder Gefühle wie Schuld oder Verantwortung auslösen können. Solche Reaktionen sind verständlich. Diese Studie lässt keine Rückschlüsse auf persönliche Verantwortlichkeiten zwischen den Generationen zu. Sie können die Teilnahme jederzeit ohne Angabe von Gründen abbrechen. Falls Sie während oder nach der Teilnahme das Bedürfnis haben, mit jemandem zu sprechen oder Unterstützung benötigen, empfehlen wir Ihnen, sich an die zuvor genannten Hilfsangebote zu wenden.
Freiwilligkeit und Anonymität
Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. Sie können jederzeit und ohne Angabe von Gründen die Teilnahme beenden, ohne dass Ihnen daraus Nachteile entstehen. Auch wenn Sie die Studie vorzeitig abbrechen, haben Psychologiestudierende Anspruch auf Vergütung für den bis dahin erbrachten Zeitaufwand.
Die im Rahmen dieser Studie erhobenen Daten werden vertraulich behandelt. Die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt in anonymisierter Form, d. h. ohne dass Ihre Daten Ihrer Person zugeordnet werden können.
Datenschutz
Die Erhebung und Verarbeitung Ihrer Daten erfolgt pseudonymisiert im Institut für Psychologie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Zu Beginn der Umfrage legen Sie ein persönliches Codewort anhand einer Ihnen mitgeteilten Regel fest. Dieses Codewort wird ausschließlich mit Ihren Umfragedaten gespeichert, nicht jedoch mit personenidentifizierenden Angaben wie Ihrer E-Mail-Adresse. Eine Zuordnung Ihrer Daten zu Ihrer Person ist daher ausschließlich Ihnen selbst möglich.
Sie können die Löschung Ihrer Daten bis zu drei Monate nach Ihrer eigenen Studienteilnahme beantragen, indem Sie Ihr persönliches Codewort angeben. Die Verbindung zwischen Ihrem Codewort und Ihren Daten wird spätestens drei Monate nach Studienabschluss aufgehoben, danach ist eine nachträgliche Löschung nicht mehr möglich. Die vollständig anonymisierten Daten werden anschließend dauerhaft zu Forschungszwecken aufbewahrt und über das „Open Science Framework“ öffentlich zugänglich gemacht. Dieses Vorgehen dient der Sicherstellung guter wissenschaftlicher Praxis. Andere Forschende können dadurch beispielsweise die Auswertung nachvollziehen oder alternative Analysen durchführen.
Persönliches Codewort
Zu Beginn der Studie legen Sie ein persönliches Codewort anhand einer Ihnen mitgeteilten Regel fest. Durch Angabe dieses Codewortes können Sie eine nachträgliche Löschung Ihrer Daten beantragen. Bitte bewahren Sie Ihr Codewort sorgfältig auf.
Vergütung und Nutzen für die Teilnehmenden
Für die Teilnahme an der Studie erfolgt keine monetäre Vergütung. Psychologiestudierende können 1,5 Versuchspersonenstunden erhalten. Darüber hinaus entsteht durch die Teilnahme an der Studie kein persönlicher Gesundheitsnutzen.
Auffällige Befunde
Die Studie dient ausschließlich Forschungszwecken. Eine klinische Diagnose erfolgt nicht. Es ist möglich, dass Sie während der Bearbeitung der Fragebögen bemerken, dass Ihre Antworten auf mögliche ADHS oder PMDS-bezogene Auffälligkeiten hindeuten könnten. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, diese fachlich abklären zu lassen. Bei Verdacht auf ADHS wäre eine Konsultation bei einem Facharzt für Psychiatrie oder einer Psychologischen Psychotherapeutin/einem Psychologischen Psychotherapeuten angeraten, während der Verdacht auf PMDS mit einer Gynäkologin bzw. einem Gynäkologen besprochen werden sollte.
Bitte beachten Sie: Sollte bei einer späteren fachlichen Abklärung tatsächlich eine Diagnose gestellt werden, könnten sich daraus unter Umständen nachteilige versicherungsrechtliche Konsequenzen ergeben, z.B. beim Abschluss einer privaten Kranken- oder Lebensversicherung.
Kontakt
Fragen oder anderen Anliegen können direkt an jana.karneboge@uni-bonn-diff.de gerichtet werden.