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Vielen Dank für Ihre Teilnahme an unserer Studie!


Liebe InteressentInnen,

Sie haben kürzlich an der Studie zur Trauerverarbeitung teilgenommen und um eine Rückmeldung zu Ergebnissen gebeten. Zuerst wollen wir Ihnen ganz herzlich für Ihre Teilnahme danken! Durch ihre Mithilfe war es uns möglich einen bislang in deutscher Sprache nicht verfügbaren Trauerfragebogen, den TGI-SR (Traumatic Grief Inventory – Self Report) (Boelen & Smid, 2017) in deutscher Sprache genauer zu überprüfen und in Zukunft für Menschen, die mit Trauernden arbeiten (z.B. Berater und Behandler) verfügbar zu machen. Dies ist sehr wichtig, damit in Zukunft gut abgestimmt werden kann, welche Unterstützungsangebote für Trauernde notwendig und hilfreich sind.


Die Studienergebnisse liegen nun vor und wir freuen uns, Ihnen eine Zusammenfassung der Studienergebnisse mitteilen zu können.


Insgesamt haben an der Studie 120 Personen teilgenommen. Der Großteil war weiblich (87%) und im Durchschnitt 47 Jahre alt. Für die Teilnehmenden lag der Verlust durchschnittlich 19 Monate zurück. Die verstorbene geliebte Person stand in unterschiedlichen Beziehungen zu den Teilnehmenden: 51% der verstorbenen Personen waren Partner, 31% Eltern, 11% Kinder und 7% Geschwister. Zusätzlich haben wir Sie auch nach den Todesumständen befragt: 72% der verstorbenen Personen hatten eine Krankheit, 6% erlitten einen plötzlichen Herztod, 2% hatten einen Verkehrsunfall und weitere 4% einen anderen Unfall. 9% kamen durch Suizid ums Leben und weitere 7% sind sonstigen Todesumständen zuzuordnen, die in keine der vorher genannten Kategorien zugeordnet werden können.


Die durch den Verlust eines geliebten Menschen entstandene Trauer kann ganz unterschiedliche Formen annehmen und sich auf verschiedenen Ebenen bemerkbar machen (z.B. starke Sehnsucht, Traurigkeit, dauerhafte Gedanken an die verstorbene Person, körperliche Schmerzen oder sozialer Rückzug (Bonanno et al., 2007; Wagner, 2013). In seltenen Fällen kann es zu einer sogenannten Anhaltenden Trauer kommen. All diese Reaktionen werden durch den TGI-SR abgefragt. Eine Aussage des TGI-SR zur Sehnsucht lautet beispielsweise: „Ich hatte Sehnsucht oder starkes Verlangen nach der verstorbenen Person.“


Zusätzlich zum TGI-SR haben wir Ihnen weitere Fragen zu anderen Bereichen des seelischen Erlebens gestellt. Wie bereits in früheren Forschungsarbeiten (Bonanno et al., 2007; Newson, Boelen, Hek, Hofman & Tiemeier, 2011; O'Connor, 2012), haben wir auch in dieser Befragung gefunden, dass Gefühle von Niedergeschlagenheit und Angst im mittleren bis hohen Maß mit der Trauer zusammenhängen. Das heißt, je stärker die Trauer im TGI-SR Fragebogen ausgeprägt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch Niedergeschlagenheit und Angst auftreten. Die Trauer beeinflusste aber auch die wahrgenommene Lebensqualität und das Wohlbefinden: Teilnehmende, die stärker trauerten, empfanden eine geringere Lebensqualität und weniger Sinn in ihrem Alltag. Dieser Zusammenhang war bereits aus anderen Ländern bekannt (Boelen & Prigerson, 2007; Latham & Prigerson, 2004) und konnte nun auch in dieser Befragungsstudie für deutsche Teilnehmende gezeigt werden.


In unserem Fragebogen konnte jede Frage auf einer Skala zwischen 1 („nie“) und 5 („immer“) beantwortet werden. Da insgesamt 18 Fragen zu beantworten waren, ist die minimale zu erreichende Punktzahl 18 und die maximal mögliche 90. Der Antwortbereich der Teilnehmenden lag zwischen 24 und 86 Punkten. Im Mittel lag die Gesamtpunktzahl bei 56 Punkten, womit sich durchschnittliche Werte bezüglich des Ausmaßes der Trauer in der Stichprobe zeigten. Bitte beachten Sie, dass mithilfe eines einzigen Fragebogens keine Aussagen über eventuelle Diagnosen getroffen werden können! Mit Hilfe weiterer Berechnungen zu den einzelnen Aussagen des TGI-SR konnten wir außerdem feststellen, dass der TGI-SR optimal gestaltet ist und ausschließlich Trauer und keinen anderen Bereich des seelischen Erlebens erfasst.

Somit konnten wir dank Ihrer Mithilfe bestätigen, dass es sich beim TGI-SR um einen vielversprechenden Trauerfragebogen handelt, der das Potential hat, aktuell verwendete Fragebogenverfahren, die auf veralteten Konzepten beruhen, zu ersetzen!



Außerdem wurden unter allen Teilnehmenden 10 Amazon-Gutscheine im Wert von 20€ verlost. Nachfolgend finden Sie abschließend die 10 anonymen Gewinner-Codes.


KS19DTVO

KA24OGLA

KA28TTBR

HA15BNGR

JS15MRNE

BA28VLBU

HA20MNOV

PA12LUFR

JA10SNHA

AE27PNWE


Falls Ihnen einer der Gewinnercodes gehört, dann melden Sie sich bei Dr. Hannah Comteße, der Leiterin dieser Studie: hannah.comtesse@ku.de


Wir möchten uns noch einmal herzlich für Ihre Teilnahme und Ihr Interesse bedanken und wünschen Ihnen alles Gute auf Ihrem weiteren Weg!


Mit den besten Grüßen

Nadine Maußner & Dr. Hannah Comteße


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B.Sc. Nadine Maußner

Email: Nadine.Maussner@ku.de



Literaturverzeichnis


Boelen, P. A. & Prigerson, H. G. (2007). The influence of symptoms of prolonged grief disorder, depression, and anxiety on quality of life among bereaved adults: a prospective study. European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience, 257(8), 444–452. https://doi.org/10.1007/s00406-007-0744-0

Boelen, P. A. & Smid, G. E. (2017). The Traumatic Grief Inventory Self-Report Version (TGI-SR). Introduction and Preliminary Psychometric Evaluation. Journal of Loss and Trauma, 22(3), 196–212. https://doi.org/10.1080/15325024.2017.1284488

Bonanno, G. A., Neria, Y., Mancini, A. D., Coifman, K. G., Litz, B. T. & Insel, B. (2007). Is there more to complicated grief than depression and posttraumatic stress disorder? A test of incremental validity. Journal of Abnormal Psychology, 116(2), 342–351. https://doi.org/10.1037/0021-843X.116.2.342

Latham, A. E. & Prigerson, H. G. (2004). Suicidality and bereavement: complicated grief as psychiatric disorder presenting greatest risk for suicidality. Suicide & Life-Threatening Behavior, 34(4), 350–362. https://doi.org/10.1521/suli.34.4.350.53737

Newson, R. S., Boelen, P. A., Hek, K., Hofman, A. & Tiemeier, H. (2011). The prevalence and characteristics of complicated grief in older adults. Journal of Affective Disorders, 132(1-2), 231–238. https://doi.org/10.1016/j.jad.2011.02.021

O'Connor, M.-F. (2012). Immunological and neuroimaging biomarkers of complicated grief. Dialogues in Clinical Neuroscience, 14(2), 141–148.

Wagner, B. (2013). Komplizierte Trauer. Grundlagen, Diagnostik und Therapie. Berlin: Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-642-37359-6


B.Sc. Nadine Maußner, Katholische Universität Eichstätt Ingolstadt – 2019