0% ausgefüllt

Die Arbeitsbedingungen von Kinderkrippen-ErzieherInnen

NUR AUSFÜLLEN, WER KINDER IM ALTER VON 0 bis 4 Monate BIS 3 Jahre BETREUT

Leitung der Studie: Prof.Dr.med.Dr.phil. Sulz: Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut. Er ist Vizepräsident der deutschen gesellschaft für kinder- und jugendlichenpsychotherapie und familientherapie dgkjf. Er lehrt an der Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt Grundlagen der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie für pädagogische Berufe.

Im Fokus der Diskussion um die Qualität von Kitas stehen die Kinder und ihre Mütter. Nach den ErzieherInnen fragt niemand. Es kann sogar sein, dass ihnen die Schuld an der Misere zugeschoben wird. „Wenn Ihr bessere Arbeit machen würdet ...“ oder „Warum können Sie das nicht noch zusätzlich machen?“. Während der Pflegenotstand in Presse und Bevölkerung inzwischen angekommen ist, mag sich niemand um die Arbeitsbedingungen der ErzieherInnen kümmern.

Diese Umfrage soll Informationen über die wirklichen Arbeitsbedingungen von KInderkrippen-ErzieherInnen einholen und den Entscheidungsträgern zur Verfügung stellen. Doch zunächste einiges Hintergrundwissen, auf dessen Basis die Fragen gestellt werden:

Es gibt heute sehr bedeutsame Erkenntnisse der Wissenschaft, die zeigen, dass Kinder unter 18 Monaten nicht ganztags in die Kita gebracht werden sollten und Kinder unter einem Jahr überhaupt nicht – es sei denn eine Mutter ist so belastet, dass ihr Kind in der Kita besser aufgehoben ist. Bei solchen Kindern sind dann nicht wenige Problemkinder, die eine intensive fachliche Betreuung brauchen. Und schon wird aus der Kita-Pädagogik teilweise eine Heilpädagogik, was beim Personalschlüssel zusätzlich zu bedenken ist.

Für ein Kind ist am wichtigsten, dass es zu der Erziehungsperson, die tagsüber für es zuständig ist, eine sichere Bindung aufbaut, sonst entsteht oft gar nicht bemerkbarer Dauerstress, der das kindliche Gehirn schädigt und seine Entwicklung erheblich hemmt – wobei man die Auswirkungen erst im frühen Erwachsenenalter erkennen kann (beruflicher Erfolg, Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen, Lebenszufriedenheit etc.). Deshalb muss die Kita gewährleisten, dass nur eine Erzieherin seine Bezugsperson ist, was nicht gehen kann, wenn es eine Früh- und eine Spätschicht gibt und wenn die Bezugsperson außerhalb der Ferien, während derer das Kind bei den Eltern ist, Urlaub macht. Und wenn nah einer einwöchigen Krankheitsvertretung das Kind einer dritten Bezugsperson dauerhaft übergeben wird. 

Wir laden alle Kita-Erzieherinnen ein, an einer online—Umfrage über Arbeitsbedingungen von Kita-ErzieherInnen teilzunehmen. Diese Ergebnisse brauchen die Politiker für die notwendigen Entscheidungen. Es dauert gut 15 Minuten und ist absolut anonym. Diese kurze Investition Ihrer Zeit ist ein wertvoller Beitrag. Vielen Dank!

Ihr Prof. Serge Sulz

 


Prof. Dr. Dr. Serge Sulz, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt – 2018